Blauenstraße 54 | Weil am Rhein
Weil am Rhein liegt im Dreiländereck von Deutschland, Frankreich und der Schweiz – direkt vor den Toren Basels. Im Stadtteil Friedlingen baut die BImA im Rahmen der Wohnraumoffensive zehn bezahlbare Wohnungen für die Wohnungsfürsorge des Bundes. Die neuen Wohnungen entstehen als Ausgleich für die Entwicklung des Zollgeländes in der Stadt. Das Gebäude bietet einen Mix aus Zwei-, Drei-, Vier- und Fünfzimmerwohnungen – darunter vier Maisonettewohnungen im Erdgeschoss.
AUF EINEN BLICK
Was? | Neubau von zehn Wohnungen |
Wo? | Blauenstraße 54 in Weil am Rhein |
Wer? | Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), Staatliches Hochbauamt Freiburg, Stocker Dewes Architekten Freiburg |
Wann? | Baubeginn August 2024; bezugsfertig bis voraussichtlich August 2026 |
Gut zu wissen | Die BImA errichtet das Gebäude in Hybridbauweise. Alle zehn Stellplätze sind oberirdisch angeordnet und in das Freiflächenkonzept integriert. Eine Sitzgelegenheit, ein kleiner Spielplatz sowie separate Bereiche für Fahrräder und Müll werten die Außenanlage auf. |
Bedeutung für die Wohnraumoffensive
Die BImA unterstützt die Wohnraumoffensive des Bundes, indem sie in angespannten Wohnungsmärkten bezahlbaren Wohnraum für Bundesbedienstete schafft und damit zur Entlastung der örtlichen Märkte beiträgt. In Weil am Rhein entstehen zehn neue Wohnungen als Ausgleich für die Entwicklung des Zollgeländes. Das Projekt verdichtet das Grundstück an der Blauenstraße 54 gezielt: Wo zuvor ein Einfamilienhaus stand, bietet ein modernes Mehrfamilienhaus künftig Platz für zehn Wohneinheiten. Die BImA orientiert den Wohnungszuschnitt am regionalen Bedarf. Das Angebot reicht von Zwei- bis Fünfzimmerwohnungen mit Wohnungsgrößen von 45 bis 143 Quadratmetern.
Standortspezifische Herausforderungen
Das Grundstück unterliegt Paragraph 34 des Baugesetzbuchs (BauGB): Neubauten müssen sich an der umliegenden Bebauung orientieren. Das schränkte die Planung in Höhe, Breite, Tiefe sowie Dachform des Gebäudes ein und erforderte eine sorgfältige Abwägung der möglichen Bebauungsdichte. Die Projektpartner entwickelten eine Lösung, die das Grundstück maximal ausnutzt und sich gleichzeitig harmonisch in das bestehende Quartier einfügt.

Die neu gestaltete Außenanlage bietet Kindern einen eigenen Spielbereich (Foto: Katrin Pohl, BImA).
Bautechnische Besonderheiten
Auf dem Grundstück standen zuvor ein unterkellertes Einfamilienhaus und ein Nebengebäude – beide wurden abgerissen. Die BImA und ihre Projektpartner planten das Areal vollständig neu: Ein Mehrfamilienhaus mit zehn Wohnungen und einer neu gestalteten Außenanlage ersetzt die frühere Bebauung. Alle Pkw-Stellplätze ordneten die Planer oberirdisch an und integrierten sie in das Freiflächenkonzept. Die Außenanlage erhält Sitzgelegenheiten und einen kleinen Spielplatz; Fahrradabstellplätze und Müllstandort sind räumlich getrennt untergebracht.
Ort
Weil am Rhein ist eine Große Kreisstadt im äußersten Südwesten Deutschlands – unmittelbar an der Grenze zu Frankreich und der Schweiz, direkt vor den Toren Basels. Das Bauprojekt liegt im Stadtteil Friedlingen, westlich des Stadtzentrums. Der Stadtteil ist im Nordwesten gewerblich geprägt; im Süden und Osten dominiert Wohnbebauung. Die Blauenstraße markiert die Grenze zwischen beiden Nutzungsarten – ein Standort, der städtebaulich gut in das gewachsene Quartier passt.
Geschichte
Der Stadtteil Friedlingen von Weil am Rhein erzählt eine bewegte Geschichte direkt am Dreiländereck. Unmittelbar an Frankreich und die Schweiz angrenzend, prägten Zoll, Grenzverkehr und das ständige Kommen und Gehen das Quartier über Jahrzehnte.
Ab etwa 1880 bestimmte die Textilindustrie den Stadtteil nachhaltig: Fabriken, Arbeiterwohnungen und Gewerbe formten sein Gesicht bis in die 1980er-Jahre. Mit dem industriellen Wandel entwickelte sich Friedlingen am Rhein schrittweise zu einem vielseitigen Wohn- und Arbeitsquartier weiter. Auch das Grundstück an der Blauenstraße 54 ist Teil dieser Entwicklung.



Wissenswertes
Friedlingen hieß früher Ötlikon: Der Stadtteil und das damalige Wasserschloss trugen bis 1650 diesen Namen. Nach den Zerstörungen und Belastungen des Dreißigjährigen Kriegs ließ Markgraf Friedrich V. den Ort – in Erinnerung an den Westfälischen Frieden von 1648 – in „Friedlingen“ umbenennen. Der Name ist also ein echtes Friedenssymbol. Zum historischen Ötlikon gehörte ein Wasserschloss, das zunächst den Herren von Rötteln zugeordnet war. Das macht deutlich, dass Friedlingen weit mehr als ein späteres Industriequartier war.
Infos für Mietinteressierte
„Durch den Abriss des bisherigen Einfamilienhauses und die Errichtung eines Mehrfamilienhauses mit zehn Wohnungen wurde die Wohnraumkapazität des Grundstücks deutlich erhöht und das Grundstück maximal ausgenutzt.“
Katrin Pohl
Projektverantwortliche
Kontakt
Katrin Pohl
kathrin.pohl@bundesimmobilien.de
