Bundesanstalt für Immobilienaufgaben

Patrick-Henry-Village (PHV) | Bauabschnitt 1 | Heidelberg

Patrick-Henry-Village – Die Wissensstadt von morgen

Auf dem Gelände der ehemaligen US-Wohnsiedlung Patrick-Henry-Village entsteht im Südwesten Heidelbergs ein neuer Stadtteil: eine Wissensstadt, in der Menschen wohnen, arbeiten und ihre Freizeit verbringen. Die Liegenschaft befindet sich vollständig im Eigentum des Bundes und soll schrittweise an die Stadt Heidelberg übergehen. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) entwickelt dort eigene Flächen und schafft bezahlbaren Wohnraum – durch einen Mix aus Bestandssanierung, Aufstockung und Neubau. Die ersten beiden Gebäude aus Bauabschnitt 1 hat die Heidelberger Baufirma Diringer und Scheidel fertiggestellt; im Oktober 2026 ziehen voraussichtlich die ersten Mieterinnen und Mieter ein.

AUF EINEN BLICK

Was?

Zwei Gebäude mit insgesamt 58 Wohneinheiten, erschlossen über jeweils drei Hauseingänge

Wo?

Baufeld 4, Patrick-Henry-Village, Heidelberg

Wer?

BImA, Stadt Heidelberg, Diringer und Scheidel GmbH & Co. KG, Heidelberg

Wann?

Baubeginn 2025 / Fertigstellung voraussichtlich 2026, Einzug voraussichtlich im Oktober 2026

Gut zu wissen

Bauabschnitt 1 umfasst zwei kernsanierte Bestandsgebäude mit Aufstockung – eines um ein Geschoss, eines um zwei Geschosse. Die Gebäude entsprechen dem KfW-55-Standard. Erhaltene Bauteile wie Parkett, Türen und Einbauschränke wurden aufbereitet und wiederverwendet.

Bedeutung für die Wohnraumoffensive

Die BImA schafft im PHV mietpreisgedämpften Wohnraum und ist damit Teil eines der größten Stadtentwicklungsprojekte in der Geschichte Heidelbergs. In Bauabschnitt 1 saniert und erweitert die BImA zwei Bestandsgebäude auf Baufeld 4 – damit schafft sie 58 Wohneinheiten, die im Oktober 2026 voraussichtlich bezugsfertig sind. In weiteren Bauabschnitten entstehen zusätzliche Gebäude. Das Gesamtprojekt sieht rund 550 Wohnungen vor und trägt damit wesentlich zur Entspannung des Heidelberger Wohnungsmarkts bei.

Standortspezifische Herausforderungen

Das Projekt liegt im südlichen Teil des Patrick-Henry-Village auf Baufeld 4 – einer ehemaligen US-amerikanischen Wohnsiedlung aus den 1950er-Jahren. Die zentrale Herausforderung besteht darin, die vorhandenen Gebäude in die neue Quartiersstruktur zu integrieren, ihren prägenden Charakter zu erhalten und zugleich zeitgemäßen, preisgedämpften Wohnraum zu schaffen. Die Entwicklung erfolgt im Rahmen der Konversion des Areals.

Visualisierung zwei moderner Wohnblöcke

Visualisierung/Rendering des fertiggestellten Gebäudes nach der Sanierung (Quelle: Diringer und Scheidel).

Bautechnische Besonderheiten

Die BImA erhält Teile der Bestandsstrukturen, um das charakteristische Bild der Siedlung als Identitätsmerkmal des neuen Stadtteils zu bewahren. Die beiden Gebäude aus Bauabschnitt 1 wurden kernsaniert und auf den KfW-55-Standard gehoben – eines erhielt eine Aufstockung um ein Geschoss, das andere um zwei Geschosse. Bauteile wie Türen, Zargen, Einbauschränke und Parkettböden, die sich aufbereiten ließen, blieben erhalten und wurden wiederverwendet.

Ort

Das PHV liegt südwestlich des Heidelberger Stadtteils Kirchheim, unmittelbar an der Autobahnauffahrt Heidelberg/Schwetzingen (A5). Mit knapp 100 Hektar ist es die größte Konversionsfläche in Heidelberg. Bauabschnitt 1 und die weiteren Bauabschnitte befinden sich im südlichen Teil des Areals. Die Stadt Heidelberg plant das Patrick-Henry-Village als weitgehend autofreien Stadtteil: Fahrzeuge parken in separat erschlossenen Quartiersgaragen, der Nahverkehr übernimmt die Erschließung.

Geschichte

Das Patrick-Henry-Village war eine 97,2 Hektar große Wohnsiedlung der US-amerikanischen Streitkräfte. Zwischen 1952 und 1955 entstand die Anlage für Militärangehörige und ihre Familien – mit Schulen, Sportstätten und Einkaufsmöglichkeiten, die eine weitgehend eigenständige Gemeinschaft ermöglichten. Im September 2013 schloss das Patrick-Henry-Village, nachdem das militärische Personal überwiegend nach Wiesbaden ins neue Hauptquartier verlegt worden war. Die Anlage ging an die BImA über. Die Stadt Heidelberg ließ anschließend im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs ein Konzept für den künftigen Stadtteil entwickeln.

Luftbildaufnahme mit Blick auf mehrere Wohnblöcke im Bau

Foto vom Prozess der Aufstockung und des Dachausbaus mehrerer Wohnblöcke aus der Vogelperspektive (Foto: Nicolas Morlo).

Wissenswertes

Das Patrick-Henry-Village gehört zu den rund 200 Bundesliegenschaften, die seit Oktober 2025 einer strategischen Prüfung durch die Bundeswehr unterliegen: Sie prüft, ob sich die Flächen für eine künftige militärische Nutzung eignen. Bis zur Entscheidung nutzt die BImA das Areal aktiv – für Veranstaltungen, Kunstprojekte und Musikfestivals. Kurze Kündigungsfristen sichern die nötige Flexibilität.

Breite Straßenzüge, amerikanische Architektur und die besondere Atmosphäre des Areals zogen bereits mehrere Produktionen an – darunter die SWR-Miniserie „Ein Hauch von Amerika" und gleich zwei Musikvideos von Rap-Star Apache 207.

Infos für Mietinteressierte

„Das ganze Projekt findet in enger Partnerschafft mit der Stadt Heidelberg statt. Es ist besonders, da für rund 10.000 Menschen Wohnraum entstehen soll und ca. 5.000 dort ihren Arbeitsplatz haben werden. Die BImA trägt somit einen wesentlichen Teil zu einem spannenden Stadtentwicklungsprojekt bei.“

Nicolas Morlo
Projektleiter